Kurz gesagt: Ein UiPath Unattended Robot braucht laut UiPath mindestens 2 CPU-Kerne mit 1,8 GHz und 4 GB freien Arbeitsspeicher, empfohlen sind 4 Kerne mit 2,4 GHz und 8 GB. Laufen mehrere Roboter gleichzeitig auf einem Windows Server, multiplizieren Sie diese Werte mit der Zahl der Roboter. Der Server muss dauerhaft laufen und darf nicht in den Ruhezustand gehen, sonst kann der Orchestrator keine Jobs starten.
Attended oder Unattended: Was ist der Unterschied?
- Attended Robots arbeiten neben einem Menschen. Ein Mitarbeiter startet die Automatisierung an seinem Rechner, zum Beispiel über den UiPath Assistant, und der Roboter läuft in dessen Windows-Sitzung.
- Unattended Robots arbeiten allein. Der UiPath Orchestrator startet Jobs per Zeitplan, Queue oder Trigger, meldet sich dafür selbst an der Maschine an und arbeitet ohne Beaufsichtigung.
Für Unattended Robots brauchen Sie deshalb eine Maschine, die immer erreichbar ist. Ein Laptop im Büro ist das nicht. Ein Windows Server im Rechenzentrum oder eine dauerhaft laufende VM schon.
Hardware-Anforderungen pro Roboter
UiPath nennt diese Werte für einen Roboter, der einen Job ausführt:
| Ressource | Minimum | Empfohlen |
|---|---|---|
| CPU | 2 × 1,8 GHz, 64 Bit | 4 × 2,4 GHz, 64 Bit |
| RAM | 4 GB verfügbarer Arbeitsspeicher | 8 GB verfügbarer Arbeitsspeicher |
Quelle: UiPath Robot – Hardware and software requirements
Wichtig sind zwei Einschränkungen aus derselben Quelle:
- Die Werte gelten nur für die Automatisierung selbst. Windows, Browser, Excel, SAP oder andere Anwendungen, die der Roboter bedient, brauchen zusätzlich Ressourcen.
- Für Live-Streaming und Aufzeichnung der Roboter-Sitzungen verlangt UiPath die empfohlenen Werte.
Automatisierungen mit Document Understanding können laut UiPath zusätzlich mehr RAM brauchen.
Mehrere Roboter auf einem Server (High-Density)
Auf Windows Server können mehrere Roboter gleichzeitig in getrennten Sitzungen laufen. UiPath nennt das High-Density Robots. Die Hardware-Anforderungen multiplizieren sich mit der Zahl der gleichzeitigen Sitzungen (Runtimes), die Sie im Orchestrator für die Maschinenvorlage einstellen.
Beispiel aus der UiPath-Dokumentation: Drei Roboter gleichzeitig brauchen mindestens 6 Kerne mit 1,8 GHz und 12 GB RAM.
Für die Planung heißt das:
| Gleichzeitige Roboter | Minimum (CPU / RAM) | Empfohlen (CPU / RAM) |
|---|---|---|
| 1 | 2 Kerne / 4 GB | 4 Kerne / 8 GB |
| 2 | 4 Kerne / 8 GB | 8 Kerne / 16 GB |
| 3 | 6 Kerne / 12 GB | 12 Kerne / 24 GB |
| 4 | 8 Kerne / 16 GB | 16 Kerne / 32 GB |
Berechnet aus den UiPath-Werten, plus Reserve für Windows und Ihre Anwendungen einplanen.
High-Density gibt es laut UiPath nur auf Windows. Für mehrere gleichzeitige Benutzersitzungen auf Windows Server werden die Remote-Desktop-Dienste genutzt, für die Microsoft eigene Zugriffslizenzen verlangt: im eigenen Rechenzentrum RDS-CALs, bei gemieteten Servern meist monatliche SPLA-Lizenzen pro Benutzer (SAL) über den Hoster. Klären Sie das vor der Planung; Details im Blog Windows-Server-Lizenz im VPS.
Welche Windows-Version?
UiPath unterstützt für Roboter unter anderem Windows Server 2016, 2019, 2022 und 2025. Windows Server Core (ohne grafische Oberfläche) kann laut UiPath nur Hintergrund-Jobs ausführen, keine Automatisierungen, die mit der Oberfläche arbeiten. Für die meisten RPA-Prozesse brauchen Sie deshalb Windows Server mit Desktop-Oberfläche. Außerdem ist .NET Framework 4.7.2 oder neuer nötig.
Checkliste für einen stabilen Unattended Robot
- Ruhezustand und Energiesparen ausschalten. Der Server muss immer an sein, sonst nimmt der Roboter keine Jobs an.
- Bildschirmauflösung festlegen. UI-Automatisierungen sind auf eine feste Auflösung angewiesen. Legen Sie sie in den Roboter-Einstellungen im Orchestrator fest.
- Sitzungen sauber beenden. Bleibt eine RDP-Sitzung des Roboter-Benutzers getrennt, aber nicht abgemeldet, kann der Roboter keine neue Sitzung starten. Melden Sie sich nach Wartungsarbeiten ab, statt das Fenster nur zu schließen.
- Windows-Updates planen. Neustarts mitten in einem Job brechen ihn ab. Legen Sie ein festes Wartungsfenster außerhalb Ihrer Roboter-Zeitpläne fest.
- Dedizierte Ressourcen nutzen. Auf überbuchten Hosts schwankt die Leistung, und zeitkritische Selektoren laufen in Timeouts.
- Backups der ganzen Maschine. Nicht nur die Prozessdateien: Anwendungen, Einstellungen und Zertifikate gehören dazu.
Eigener Server oder gemieteter Windows Server?
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Eigener Server im Büro | volle Kontrolle | Hardware, Strom, Updates, Backups selbst; Ausfall bei Stromausfall oder Internetstörung |
| Gemieteter Managed Windows Server | Rechenzentrum, Updates und Backups beim Anbieter, voller Admin-Zugriff | monatliche Kosten, Windows-Lizenz muss enthalten oder zusätzlich sein |
Bei GB Hosting gibt es Windows Server mit enthaltener Lizenz, Administrator-RDP und täglichen Snapshot-Backups, gebaut für Unattended Robots. Windows Basic (4 vCPU, 8 GB RAM) passt zu einem Roboter mit den empfohlenen Werten, Windows Business (8 vCPU, 16 GB RAM) zu zwei. Mehr dazu: UiPath Server mieten.
Häufige Fragen
Wie viel RAM braucht ein UiPath Robot?
Mindestens 4 GB verfügbarer Arbeitsspeicher pro gleichzeitig laufendem Roboter, empfohlen sind 8 GB. Dazu kommt der Bedarf von Windows und den Anwendungen, die der Roboter bedient.
Kann ein Unattended Robot auf einer virtuellen Maschine laufen?
Ja. UiPath unterstützt Roboter auf virtuellen Maschinen, auch in der Cloud. Die VM muss dauerhaft laufen und darf nicht in den Ruhezustand gehen.
Brauche ich für jeden Roboter einen eigenen Server?
Nein. Auf Windows Server können mehrere Roboter gleichzeitig laufen (High-Density), wenn der Server genug Ressourcen für alle Sitzungen hat.