Kurz gesagt: Für Docker brauchen Sie einen Server mit eigenem Linux-Kernel-Zugriff, in der Praxis einen VPS mit Root-Rechten. Docker installieren Sie am besten über das offizielle apt-Repository. Zwei Sicherheitsfallen sollten Sie kennen: Die Gruppe docker gibt Root-Rechte, und veröffentlichte Container-Ports umgehen Firewall-Regeln von ufw und firewalld. Wer nicht jede Anwendung per Hand deployen will, setzt eine Oberfläche wie Coolify, Dokploy oder Portainer darauf.
Welcher Server eignet sich für Docker?
Klassisches Shared Hosting reicht für Docker nicht, weil Sie dort keinen Docker-Daemon starten dürfen. Sie brauchen:
- einen VPS oder Root-Server mit 64-Bit-Linux und Root-Zugriff
- ein von Docker unterstütztes Betriebssystem; für Ubuntu sind das laut Docker derzeit 26.04 LTS, 24.04 LTS und 22.04 LTS
- genug RAM für alle Container zusammen, plus Reserve für Builds
- schnellen Speicher (NVMe), weil Images und Volumes viel lesen und schreiben
Als grobe Orientierung: Für ein paar kleine Web-Apps reichen 4 GB RAM. Datenbanken, Supabase oder n8n mit KI-Sandbox brauchen eher 8 GB und mehr.
Docker installieren (Ubuntu)
Docker empfiehlt die Installation über das eigene apt-Repository. Nach dem Einrichten des Repositorys (vollständige Befehle in der Docker-Dokumentation) folgt:
sudo apt install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin
sudo docker run hello-world
Das Skript unter get.docker.com ist laut Docker nur für Test- und Entwicklungsumgebungen gedacht, nicht für Produktionsserver.
Zwei Sicherheitsfallen
1. Die Gruppe docker ist Root
Viele Anleitungen empfehlen sudo usermod -aG docker $USER, damit man Docker ohne sudo nutzen kann. Docker selbst weist darauf hin, dass die Gruppe docker Root-Rechte gewährt. Fügen Sie nur Konten hinzu, denen Sie auch Root geben würden, oder nutzen Sie den Rootless-Modus.
2. Docker umgeht ufw und firewalld
Wenn Sie einen Container-Port mit -p 8080:80 veröffentlichen, ist er laut Docker-Dokumentation an Ihren ufw- oder firewalld-Regeln vorbei erreichbar. Praktische Gegenmaßnahmen:
- Ports nur an localhost binden (
-p 127.0.0.1:8080:80) und einen Reverse Proxy (Caddy, Traefik, nginx) davor setzen - Datenbanken gar nicht veröffentlichen, sondern nur im internen Docker-Netz erreichbar machen
- die Firewall des Hosters zusätzlich nutzen, die vor dem Server greift
Docker Compose statt einzelner Befehle
Für alles mit mehr als einem Container ist Docker Compose der Standard: Sie beschreiben Dienste, Netzwerke und Volumes in einer compose.yml und starten alles mit docker compose up -d. Das macht Ihre Installation nachvollziehbar und leicht auf einen neuen Server übertragbar. Beispiele für Compose-Setups finden Sie in unseren Anleitungen zu n8n und Supabase.
Oberflächen: Coolify, Dokploy oder Portainer?
| Coolify | Dokploy | Portainer CE | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | selbst gehostete Plattform (PaaS) für Apps, Datenbanken und Deployments aus Git | selbst gehostete PaaS für Apps und Datenbanken mit Docker | Verwaltungsoberfläche für Container, Images, Volumes und Netzwerke |
| Mindestanforderungen laut Hersteller | 2 CPU-Kerne, 2 GB RAM, 10 GB Speicher | 2 GB RAM, 30 GB Speicher | geringe Anforderungen (eigener Container) |
| Installation | curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh \| bash | curl -sSL https://dokploy.com/install.sh \| sh | Container portainer/portainer-ce:lts, Oberfläche auf Port 9443 |
| Gut für | „Heroku zum Selbsthosten": Git-Push → Deployment | ähnlich wie Coolify, schlank | Überblick und Verwaltung bestehender Container |
Quellen: Coolify Docs, Dokploy Docs, Portainer Docs, abgerufen im Oktober 2026.
Hinweise: Coolify und Dokploy übernehmen den Server weitgehend und sollten auf einem frischen VPS installiert werden, nicht neben bestehenden Diensten. Portainer erzeugt standardmäßig ein selbstsigniertes Zertifikat für Port 9443; ersetzen Sie es durch ein echtes oder setzen Sie Portainer hinter Ihren Reverse Proxy. Alle drei haben Zugriff auf den Docker-Socket und damit Root-Rechte auf dem Server: Schützen Sie den Zugang mit starkem Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung.
Backups für Docker
- Volumes sichern, nicht nur Images: Images lassen sich neu herunterladen, Ihre Daten nicht.
- Datenbanken mit eigenem Werkzeug sichern (
pg_dump,mysqldump) statt nur das laufende Volume zu kopieren. - Compose-Dateien und
.envgehören ins Backup (die.envnicht ins öffentliche Git). - Server-Snapshots als zweite Ebene, für die schnelle Wiederherstellung des ganzen Systems.
Docker Hosting in Deutschland: worauf achten?
- Dedizierte vCPU und dedizierter RAM, damit Builds und Datenbanken nicht von Nachbarn ausgebremst werden
- Serverstandort und AVV, wenn in den Containern personenbezogene Daten liegen (siehe DSGVO-konformes Hosting)
- Snapshots und Backups außerhalb des Servers
- Root-Zugriff, sonst keine eigene Docker-Installation
Bei GB Hosting bekommen Sie das als Managed VPS: Root-Zugriff und Browser-Terminal für Ihre Container, dazu Sicherheitsupdates des Betriebssystems, Monitoring und tägliche Snapshots durch unser Team. Managed VPS ansehen.
Häufige Fragen
Kann ich Docker auf Shared Hosting nutzen?
In der Regel nicht, weil dafür Root-Rechte und ein eigener Docker-Daemon nötig sind. Dafür ist ein VPS gedacht.
Wie viel RAM braucht ein Docker-Server?
Das hängt von den Containern ab. Coolify allein braucht laut Hersteller 2 GB, Supabase 4 GB als Minimum. Rechnen Sie den Bedarf aller Container zusammen und planen Sie Reserve für Builds ein.
Docker oder Kubernetes?
Für einen einzelnen Server ist Docker mit Compose fast immer die einfachere Wahl. Kubernetes lohnt sich, wenn Sie mehrere Server automatisch verwalten und skalieren müssen.