Kurz gesagt: LXC (Linux Containers) ist eine Technik, mit der auf einem Linux-Server mehrere voneinander getrennte Linux-Umgebungen laufen, die sich den Kernel des Servers teilen. Jeder Container hat eigene Prozesse, ein eigenes Dateisystem und eine eigene Netzwerkschnittstelle; CPU und RAM werden über cgroups begrenzt. Ein LXC-Container liegt damit zwischen einem einfachen chroot und einer vollständigen virtuellen Maschine: leichter als eine VM, aber deutlich besser getrennt als klassisches Shared Hosting.
Was bedeutet LXC?
LXC steht für Linux Containers. Laut dem Projekt ist LXC eine Schnittstelle zu den Isolationsfunktionen des Linux-Kernels, mit der sich System- und Anwendungscontainer erstellen und verwalten lassen. Das Ziel: eine Umgebung, die sich wie eine normale Linux-Installation anfühlt, aber ohne einen eigenen Kernel zu brauchen.
Wie trennt LXC die Container?
LXC nutzt laut linuxcontainers.org diese Kernel-Funktionen:
| Funktion | Was sie bewirkt |
|---|---|
| Namespaces (ipc, uts, mount, pid, network, user) | jeder Container sieht nur seine eigenen Prozesse, Dateisysteme und Netzwerkschnittstellen |
| cgroups (Control Groups) | begrenzen CPU, RAM und weitere Ressourcen pro Container |
| AppArmor- und SELinux-Profile | schränken ein, worauf Prozesse im Container zugreifen dürfen |
| Seccomp-Richtlinien | erlauben nur bestimmte Systemaufrufe |
| Kernel Capabilities | entziehen gefährliche Root-Rechte |
| chroot / pivot_root | eigenes Wurzel-Dateisystem |
LXC, virtuelle Maschine oder Docker?
| LXC-Systemcontainer | Virtuelle Maschine (VM) | Docker-Container | |
|---|---|---|---|
| Eigener Kernel | nein, geteilt mit dem Host | ja | nein, geteilt mit dem Host |
| Fühlt sich an wie | ein vollständiges Linux-System | ein eigener Rechner | eine einzelne Anwendung |
| Ressourcenbedarf | gering | höher | gering |
| Andere Betriebssysteme (z. B. Windows) | nein | ja | nein |
| Typischer Einsatz | Hosting, isolierte Linux-Umgebungen | Windows Server, eigene Kernel, starke Trennung | Anwendungen paketieren und ausrollen |
Welche Nachteile hat ein LXC-Container?
- Geteilter Kernel: Alle Container nutzen den Kernel des Hosts. Eine Kernel-Lücke betrifft potenziell alle Container, deshalb muss der Host-Kernel konsequent aktuell gehalten werden.
- Nur Linux: Windows oder ein anderer Kernel läuft nicht in einem LXC-Container.
- Keine eigenen Kernel-Module: Software, die eigene Kernel-Module braucht, funktioniert nicht.
- Schwächere Trennung als eine VM: Für sehr hohe Sicherheitsanforderungen oder fremde, nicht vertrauenswürdige Workloads ist eine VM die stärkere Grenze.
Was hat das mit Webhosting zu tun?
Bei klassischem Shared Hosting laufen viele Websites als Benutzer auf demselben System und teilen sich Ressourcen. Wird eine Nachbar-Website gehackt oder zieht sie viel Leistung, kann das andere betreffen.
Läuft jede Website in einem eigenen LXC-Container, ändert sich das:
- eigene Prozesse und eigenes Dateisystem: Ein Angreifer auf einer Nachbar-Website sieht Ihre Dateien nicht
- eigenes CPU- und RAM-Kontingent per cgroups: Lastspitzen nebenan bremsen Sie nicht aus
- trotzdem die Einfachheit von Shared Hosting: Der Anbieter verwaltet System und Updates
So nutzt GB Hosting LXC
Bei GB Hosting läuft jede Shared-Hosting-Website in einem eigenen LXC-Container mit eigenem Root-Dateisystem, eigener Prozesstabelle, eigener Netzwerkschnittstelle und einem CPU- und RAM-Kontingent, das der Kernel per cgroups durchsetzt, schon ab 11,90 € im Monat inkl. MwSt. Über das Browser-Terminal in Ihrem Kundenbereich können Sie Ihren Container selbst ansehen. Shared Hosting ansehen
Häufige Fragen
Ist LXC dasselbe wie Docker?
Nein. Beide nutzen dieselben Kernel-Funktionen, aber LXC-Systemcontainer verhalten sich wie ein vollständiges Linux-System, Docker-Container sind meist für eine einzelne Anwendung gedacht.
Ist ein LXC-Container sicher?
Er trennt Umgebungen deutlich besser als ein gemeinsames System, aber weniger stark als eine virtuelle Maschine. Wichtig sind ein aktueller Host-Kernel und Sicherheitsprofile wie AppArmor und Seccomp.
Kann ich einen LXC-Server mieten?
Manche Anbieter vermieten LXC-basierte Server. Achten Sie darauf, ob CPU und RAM garantiert sind und ob Sie Root-Rechte im Container bekommen. Für eigene Kernel oder Windows brauchen Sie eine VM.