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Website zu einem anderen Hoster umziehen: Schritt für Schritt ohne Ausfallzeit

Website zu einem anderen Hoster umziehen, ohne Ausfallzeit: Backup, Dateien, Datenbank, E-Mails und DNS in der richtigen Reihenfolge. Mit Checkliste.

Stephan Bauer
Stephan Bauer
04.10.2026 5 Min. Lesezeit
Website zu einem anderen Hoster umziehen: Schritt für Schritt ohne Ausfallzeit

Kurz gesagt: Ein Hosting-Umzug ohne Ausfallzeit läuft in dieser Reihenfolge: neues Hosting bestellen, Backup ziehen, Dateien und Datenbank kopieren, die Website auf dem neuen Server testen, E-Mails übertragen und erst ganz am Ende DNS umstellen. Den alten Vertrag kündigen Sie, wenn alles läuft. Der häufigste Fehler ist, zu früh zu kündigen oder DNS umzustellen, bevor die neue Website geprüft ist.

Vor dem Umzug: Was Sie klären sollten

  • Kündigungsfrist beim alten Anbieter: Viele Verträge laufen 12 Monate und verlängern sich automatisch. Prüfen Sie Laufzeit und Frist, kündigen Sie aber noch nicht.
  • Wo liegt die Domain? Domain und Hosting können beim selben Anbieter liegen oder getrennt sein. Für einen Domain-Umzug brauchen Sie den Auth-Code (auch Transfer-Code) vom alten Anbieter.
  • Wo liegen die E-Mails? Wenn Ihre Postfächer beim alten Hoster liegen, müssen sie mit umziehen.
  • Welche Technik nutzt die Website? PHP-Version, Datenbank (meist MySQL oder MariaDB), Cronjobs, besondere Erweiterungen. Der neue Hoster sollte dieselben Versionen anbieten.

Schritt 1: Neues Hosting einrichten

Bestellen Sie das neue Hosting, aber stellen Sie die Domain noch nicht um. Legen Sie die Domain im neuen Hosting an, damit Sie Dateien und Datenbank vorbereiten können.

Schritt 2: Vollständiges Backup erstellen

Sichern Sie beim alten Anbieter:

  1. alle Dateien der Website (per SFTP/FTP oder als Archiv aus dem Control Panel)
  2. die Datenbank als SQL-Datei (per phpMyAdmin oder mysqldump)
  3. eine Liste aller DNS-Einträge (A, AAAA, CNAME, MX, TXT), inklusive SPF- und DKIM-Einträgen für E-Mail

Bewahren Sie das Backup auch nach dem Umzug auf.

Schritt 3: Dateien und Datenbank übertragen

  • Laden Sie die Dateien auf den neuen Server.
  • Legen Sie eine neue Datenbank an und importieren Sie die SQL-Datei.
  • Passen Sie die Zugangsdaten zur Datenbank in der Konfiguration an. Bei WordPress steht das in der Datei wp-config.php (DB_NAME, DB_USER, DB_PASSWORD, DB_HOST).

Das gilt für jedes CMS: Ob Sie eine Joomla-Website, eine TYPO3-Website oder eine andere Internetseite umziehen, Dateien und Datenbank gehören immer zusammen. Auch von spezialisierten Anbietern wie Raidboxes ist ein Umzug möglich, solange Sie Dateien und Datenbank exportieren können.

Abkürzung für den WordPress-Umzug: Ist ein neuer Hoster gewählt, sparen Plugins Zeit. Migrations-Plugins wie All-in-One WP Migration oder Duplicator packen Dateien und Datenbank in ein Archiv, das Sie auf der neuen Installation wieder einspielen. Bei großen Websites stoßen die kostenlosen Versionen oft an Größenlimits.

Schritt 4: Die neue Website testen, bevor DNS umgestellt wird

Prüfen Sie die Website auf dem neuen Server, während Ihre Besucher noch beim alten landen. Zwei Wege:

  • Vorschau-Adresse des neuen Hosters, falls angeboten
  • hosts-Datei auf Ihrem Rechner anpassen, sodass nur Ihr Computer die Domain beim neuen Server aufruft

Testen Sie: Startseite und Unterseiten, Formulare, Login, Warenkorb und Bestellung, Bilder, SSL-Zertifikat.

Schritt 5: E-Mails umziehen

Legen Sie die Postfächer beim neuen Anbieter mit denselben Adressen an und übertragen Sie die vorhandenen E-Mails, zum Beispiel per IMAP-Synchronisation. Erst danach stellen Sie den MX-Eintrag um.

Schritt 6: DNS umstellen

Ändern Sie die DNS-Einträge (vor allem A/AAAA und MX) auf den neuen Server, oder ändern Sie die Nameserver, wenn der neue Anbieter das DNS übernimmt. Tipp: Setzen Sie die TTL der Einträge ein bis zwei Tage vorher auf einen niedrigen Wert, etwa 300 Sekunden. Dann wirkt die Umstellung schneller.

Während der Umstellung landen manche Besucher noch beim alten Server, andere schon beim neuen. Deshalb sollten beide Versionen in dieser Zeit identisch sein. Ändern Sie keine Inhalte und nehmen Sie im Shop möglichst keine Bestellungen auf dem alten Server an.

Schritt 7: Nach dem Umzug

  • Website und E-Mail noch einmal prüfen, auch von einem anderen Netz aus (Smartphone ohne WLAN)
  • SSL-Zertifikat auf dem neuen Server aktiv?
  • Google Search Console: Website noch erreichbar, keine neuen Crawling-Fehler?
  • Erst jetzt den alten Vertrag kündigen

Checkliste zum Ausdrucken

  • [ ] Kündigungsfrist geprüft, noch nicht gekündigt
  • [ ] Auth-Code der Domain angefordert (falls Domain-Umzug)
  • [ ] Backup: Dateien, Datenbank, DNS-Liste
  • [ ] Dateien und Datenbank übertragen, Konfiguration angepasst
  • [ ] Website auf neuem Server getestet
  • [ ] Postfächer angelegt und E-Mails übertragen
  • [ ] TTL gesenkt, DNS umgestellt
  • [ ] Nach 48 Stunden: alles geprüft, alten Vertrag gekündigt

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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Hosting-Umzug?

Eine einfache Website ist in wenigen Stunden kopiert. Die DNS-Umstellung braucht je nach TTL einige Minuten bis zu 48 Stunden, bis sie überall wirkt.

Verliere ich beim Umzug mein Google-Ranking?

Nicht, wenn Domain, URLs und Inhalte gleich bleiben und die Website während des Umzugs erreichbar ist. Ein Hosting-Wechsel allein ändert keine Rankings.

Was ist der Unterschied zwischen Domain-Umzug und Hosting-Umzug?

Beim Hosting-Umzug wechseln die Dateien und Datenbanken den Server. Beim Domain-Umzug wechselt die Verwaltung der Domain zu einem neuen Registrar. Sie können beides getrennt oder zusammen erledigen.

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